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E-Finance: Beiträge zur Industrialisierung von Finanzprozessen (WEIS:04WI)

Typ: Seminar
Veranstaltungszeit: SS des Jahres 2004
Veranstalter: Tim Weitzel
Betreuer: Stefan Blumenberg, Cornelia Gellings, Heiko Gewald, Daniel Hinz, Markus Lammers, Nils Löhndorf, Sebastian Martin, Heinz-Theo Wagner
Voraussetzung: Abgeschlossene Diplomvorprüfung, Zuteilung eines Seminarplatzes
Hinweis: Das Seminar findet geblockt am 2. und 3. Juli 2004 statt. Die Anmeldung erfolgt bis zum 19. April 12:00 Uhr über diese Website. Am Montag, den 19. April 2004 findet um 16.00 Uhr die Vorbesprechung im Raum K III (NM101) statt.
Die Referate müssen bis zum 22. Juni abgegeben werden, die Endklausur findet am 09. Juli statt.

Zum Bestehen des Seminars müssen beide Teilleistungen (Seminar/Vortrag und Klausur) mindestens mit ausreichend (4.0) bestanden werden!
akt. Zahl der Anmeldungen: 11
Lehrinhalte: Während in vielen Branchen Fortschritte in der IuK-Technologie zur Automatisierung der Prozesse, zu einer internen und externen Vernetzung und letztlich zur Neuaufteilung und Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette genutzt wurden, stehen die Finanzdienstleister in Deutschland am Rande einer tiefgreifenden (R)Evolution. Starker Kostendruck und Wettbewerb, teils von zuvor als ungefährlich gesehenen Marktteilnehmern, haben die Frage der optimalen Fertigungstiefe erneut in den Fokus des Interesses gerückt. Eine herausragende Frage lautet: Wie sieht der optimale Mix aus Fremd- und Eigenerstellung aus? Dabei steht den Finanzunternehmen ein möglicherweise erhebliches Verbesserungspotenzial noch bevor. So konnte in Branchen wie der Automobilindustrie die Fertigungstiefe auf etwa 25% gesenkt werden. Demgegenüber finden sich in der Finanzwelt Fertigungstiefen von 70% und mehr. Das bedeutet letztlich, dass unter anderem Spezialisierungs- und Skalenvorteile im Finanzsektor nur unzureichend ausgebeutet werden.

Die Grundhypothese des E-Finance Lab (www.efinancelab.com) besagt, dass durch eine Industrialisierung der Finanzprozesse, also durch das Lernen von in anderen Branchen erfolgreich eingesetzten Verfahren zur Prozessoptimierung und -steuerung wie etwa im Supply-Chain-Management, ein wichtiger Schritt in Richtung einer effizienten Neugestaltung der Wertschöpfungsketten im Finanzbereich geleistet werden kann. Supply-Chain-Management (SCM) beschreibt die erfolgreiche Philosophie der integrierten Planung, Durchführung und Abwicklung der Güter- und Dienstleistungsproduktion, durch welche erhebliche Effizienzpotenziale u. a. durch Kostensenkung und eine auf Standardbauteilen basierende Produktindividualisierung realisiert werden. Im Vordergrund der Betrachtung stehen die Prozessflüsse, deren Senke letztlich der Kunde ist. Während traditionelles SCM vor allem sehr erfolgreich die Güter- und Informationslogistik fokussiert, finden sich innerhalb der Prozesse sowohl in der Finanzbrache als auch den Finanzprozessen der verschiedensten Branchen noch ungenutzte Potenziale.

Im Kontext der Industrialisierung der Prozesse stellt sich die Frage der optimalen Art und Lokation der Diensterstellung. „Smart Sourcing“ bezeichnet dabei den Ansatz, in einer flexiblen Dienstearchitektur einen vorteiligen Mix aus Flexibilität, Vernetzung, Skalen- und Verbundeffekten zu realisieren. Ein klassisches Argument für Outsourcing stellt die Flexibilisierung der operativen Kosten dar. Dazu wird die Infrastruktur ausgelagert oder die Durchführung des jeweiligen Geschäftsprozesses als Dienstleistung am Markt bezogen und anhand des Durchsatzes abgerechnet. Dies funktioniert wirtschaftlich jedoch nur, wenn der Dienstleister in der Lage ist, Economies of Scale zu erzielen, also durch Bündelung von Geschäftsvorfällen zu Reduktionen der Stückkosten kommt, und die Dienstleistung so weit standardisiert ist, dass er sie mit derselben Infrastruktur für mehrere Abnehmer erbringen kann. Gerade Finanzprozesse sind durch eine prinzipiell durchgängige Digitalisierbarkeit gekennzeichnet und damit besonders geeignet für eine derartige Diensteproduktion.

Referate:
Thema1: Martin Brose
Thema1: Mario Glormes
Thema2: Marcus Schulmeyer
Thema4: Moradof

Bitte beachten Sie die Formvorschriften für die Anfertigung von Seminararbeiten. Diese können Sie von unseren Lehrstuhlseitenherunterladen (pdf).
Kreditpunkte: 6
Veranstaltungsmaterial: A tale of two outsourcing contracts  Klausurrelevante Literatur (1/4) Managing Information Technology Investment Risk  Klausurrelevante Literatur (2/4) Quantifying Event Risk: The Next Convergence  Klausurrelevante Literatur (3/4) The Resource Based View and IS Research  Klausurrelevante Literatur (4/4)<br><br> xEuropean Regulation on Outsourcing Services  Angebot einer Diplomarbeit: European Regulation on Outsourcing Services in Banking
Studienabschnitt: Schwerpunktstudium
Themenliste: Referatsthemen