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Ubiquitäre Kommunikationstechnologien in der Wissensgesellschaft [BEK2:S10 (Master), BE2S:10WI (Diplom)]

Typ: Seminar
Kategorie: Wahlpflicht
Veranstaltungszeit: SS des Jahres 2010
Veranstalter: Roman Beck
Betreuer: Immanuel Pahlke, Martin Wolf
Voraussetzung: Geöffnet für Diplomstudierende im Vertiefungs- und Schwerpunktstudium sowie Masterstudierende
Hinweis: Das Seminar wird im Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik anerkannt und zusammen mit Accenture im Rahmen der "Accenture Campus Challenge 2010" angeboten.

Termine:
Anmeldeschluss
- Fr., 02.04.2010
Eingangsklausur
- Fr., 16.04.2010, 18:00 - 20:00 Uhr, Raum Shanghai (House of Finance, 1. Stock)
Kick-Off Meeting, Klausureinsicht
- Fr., 23.04.2010, 10:00 - 12:00 Uhr, Raum Shanghai (House of Finance, 1. Stock)
Präsentationstraining
- Fr., 07.05.2010, 10:00 - 18:00 Uhr, Raum Shanghai (House of Finance, 1. Stock)
Zwischenpräsentation
- Fr., 21.05.2010, 10:00 - 16:00 Uhr, Raum Shanghai (House of Finance, 1. Stock)
Abgabe Seminararbeiten
- Mo., 14.06.2010, 12:00 Uhr, Sekretariat des Lehrstuhls, Raum 4.29 (House of Finance, 4. Stock)
Abschlusspräsentation
- Fr., 18.06.2010, 10:30 - 12:00 Uhr, Raum Dubai (House of Finance, 1.Stock)

Bitte laden Sie sich als Vorbereitung auf die Eingangsklausur die folgende Literatur herunter.

Abschluss des Seminars: Abschlusspräsentation + Prototyp (ausprogrammierte Software oder Prototyp; z.B. Powerpoint) + schriftliche Ausarbeitung

Die Gesamtnote des Seminars setzt sich zu 40% aus der Hausarbeit, 40% aus den Präsentationen und zu 20% aus dem Ergebnis der Eingangsklausur zusammen. Max. Teilnehmeranzahl: 20 (5 Teams a 3 bis 4 Personen)

Der Aufgabenkontext
Im Gegensatz zu früheren Generationen sind die heranwachsenden Generationen bereits mit alle Formen der mobilen und elektronischen Kommunikation sowie der allgegenwärtigen Nutzung von Blogs, Wikis und Instant Messaging etc. vertraut. Schrittweise verändert dieser Wandel im Umgang mit Technologien auch die Arbeitsumgebung vieler Unternehmen. Dies geht auf sich verändernde Geschäftsanforderungen und eine gesteigerte Nachfrage von sogenannten Wissensarbeitern nach modernen Kommunikationsmedien einher, deren Einsatz in Zukunft auch die Durchführung von physischen Präsenzmeetings, Trainings in einem Seminarraum oder klassische Vorstellungsgespräche ablösen könnten. Vor diesem Hintergrund zeichnen sich folgende Trends immer stärker ab:

• „Internet Computing“ ist jederzeit und überall möglich
• Webbasierte Applikationen und Tools werden zum zentralen Gegenstand (länderübergreifender) Zusammenarbeit
• Virtuelle interaktive E-Learning Plattformen lösen klassische Trainingsformen ab
• Soziale Netzwerke werden ein Standardbestandteil von Unternehmensportalen
• Videokonferenzen machen Dienstreisen immer häufiger überflüssig
• Alle für die Arbeit erforderlichen Informationen sind einfach und jederzeit über das Web abrufbar
• Es ist von einem Zusammenwachsen der so genannten 4Cs (Collaboration, Content, Communications und Community/Soziale Netzwerke) auszugehen
• (Software-)Services sind auf (mobilen) Endgeräten verfügbar

Die angeführten Trends bzgl. der Zusammenarbeit, des Wissensaustausches und der Kommunikation, bieten Arbeitgebern Möglichkeiten, attraktive Arbeitsplätze für Wissensarbeiter einzurichten und diese damit stärker an das Unternehmen zu binden. So wollen laut aktuellen Studien 66% der zukünftigen Wissensarbeiter in ihrem Berufsleben bevorzugt bei einem Arbeitgeber bleiben bzw. maximal einmal das Unternehmen wechseln. Dabei zieht diese Gruppe eine sie erfüllende Arbeit einer hohen monetären Entlohnung vor. Im Gegenzug erwarten sie Entwicklungsmöglichkeiten und eine flexible und mobile Arbeitsumgebung. Dies gilt nicht nur für Mitarbeiter/-innen in einer Forschungsabteilung, im Einkauf, im Controlling oder für Teammitglieder eines IT-Projektes. Auch das traditionelle Arbeitsumfeld eines Produktionsmitarbeiters oder eines Angestellten einer Behörde wird sich langfristig diesem Trend anpassen.

Sie als Seminarteilnehmer sind nun gefordert, sich gedanklich in ein frei gewähltes Arbeitsumfeld zu versetzen und einen webbasierten Arbeitsplatz zu entwickeln, der den oben genannten Trends Rechnung trägt. Entwickeln Sie eine portalbasierte oder portalähnliche Arbeitsumgebung, die moderne Formen der Zusammenarbeit, des Wissensaustausches und der Kommunikation zusammenführt und es potenziell überflüssig macht, auf weitere Geräte oder nicht-webbasierte Desktopanwendungen zugreifen zu müssen. Gehen Sie gedanklich noch einen Schritt weiter und stellen Sie sich einen Bewerber für den von Ihnen erdachten Arbeitsplatz vor. Wie kann ein Bewerber diesen Arbeitsplatz und die Mitarbeiter/-innen des Unternehmens im Rahmen einer Online-Bewerbung „in Echtzeit“ kennen lernen?

Die Rahmenbedingungen
Sie erarbeiten als Beraterteam vor dem Hintergrund der geschilderten Trends ein Konzept für den Arbeitsplatz der Zukunft für einen fiktionalen Kunden. Aus diesem Grunde sollte eine mögliche Verwertung von Ihnen von Anfang an bedacht werden. Ein Kunde, der sich für Ihre Idee interessiert, möchte sehen, ob sich eine Investition in das von Ihnen entwickelte Arbeitsplatz- und ggf. Recruitingportal lohnt. Ein Business Case, der die notwendigen Ausgaben und erwarteten Einnahmen gegenüberstellt, ist hierfür eine wesentliche Voraussetzung. Stellen Sie sich des Weiteren vor, dass die strukturierte Ausarbeitung Ihrer Idee in Form von Designdokumenten und eines Prototyps die Basis für die spätere Realisierung eines oder mehrerer Beratungs- und Implementierungsprojekte durch Ihr Beraterteam ist. Ihre Aufgabe unterteilt sich grundsätzlich in drei Bereiche:

Ideenfindung:
Entwickeln Sie Ideen, die der Erwartungshaltung moderner Wissensarbeiter an einen webbasierten Arbeitsplatz genügen und Arbeitgebern die Möglichkeit bieten, die Talente der Zukunft zu gewinnen und zu binden. Beurteilen Sie Ihre Ideen und wählen Sie die tragfähigste Idee unter den Gesichtspunkten Innovationsgrad, technische Realisierbarkeit und potenzieller Erfolg (wirtschaftliche und nicht-monetäre Aspekte) aus. Konzentrieren Sie sich grundsätzlich auf Kernfunktionen und definieren Sie am Anfang einen potenziellen Bereich (Forschungsabteilung, IT-Abteilung, Produktion, Controlling, Referat/Dezernat einer Behörde etc.), in dem Sie tätig sein wollen. Suchen Sie sich nach Möglichkeit konkrete Ansprechpartner, z. B. in einem Unternehmen Ihrer Region, die Ihnen bei der Projektarbeit wertvolles Feedback geben können.

Technologie und Gesamtlösung:
Es gibt keinerlei Beschränkung bei der Nutzung von Technologien, Entwicklungsumgebungen und -methoden oder bereits bestehenden Web-Inhalten und Web-Applikationen. Allerdings sollten sie in der Designphase genau überlegen, mit welchen Mitteln Sie unter Beachtung der geschilderten technologischen Trends den Arbeitsplatz der Zukunft gestalten wollen. Überlegen Sie beispielsweise, welche Rolle Rich Internet Desktop Applications (RIDAs), Mashups oder mobile Widgets mit unternehmensrelevanten Applikationsfunktionalitäten in Ihrer Lösung spielen sollen.
Machen Sie sich darüber hinaus auch Gedanken über das IT-Management für Ihre Lösung. Ist Cloud Computing hierfür eine Option? Arbeiten Sie die technologischen Details soweit aus, dass potenzielle Interessenten vollumfänglich Kosten, Nutzen und Risiken beurteilen können (Business Case). Beurteilen Sie in diesem Zusammenhang alle technologischen und prozessualen Konsequenzen bei der Einführung Ihrer Arbeitsplatzlösung. Achten Sie auch auf die sozialen Auswirkungen und die Software-ergonomischen Aspekte Ihrer Idee. Qualifizieren Sie aber vor allem den Grad der Zielerreichung mit Blick auf die Gewinnung und Bindung von Talenten.

Einführung und Anwendung Ihrer Lösung:
Ihr Projektteam sollte dem Bestreben folgen, die erarbeitete Lösung interessierten Unternehmen und anderen Arbeitgebern vorzustellen. Eine Lösungspräsentation soll daher dazu beitragen, diesen Interessenten darzustellen, welche Vorteile Ihre Lösung bietet, wie Sie den genannten technologischen Trends Rechnung tragen und wie Sie sich die tatsächliche Einführung Ihrer Lösung vorstellen. Ihre Aufgabe ist es jetzt, ein Gesamtprojekt aufzusetzen, das alle diese beschriebenen Teilaspekte beinhaltet.

Ablauf und Ziele
Idealerweise haben Sie zu Seminarbeginn schon einige mehr oder minder gut ausgearbeitete Ideen oder Konzepte bereit, um Ihr Verständnis der Situation und mögliche Lösungsansätze im beschriebenen Umfeld erläutern zu können. In einem Kick-off Meeting werden anschließend möglichst interdisziplinäre Teams von drei bis fünf Studierenden zusammengestellt. Danach sind die teilnehmenden Teams aufgefordert, für die von Ihnen vorgeschlagene Lösung einen Business Case sowie ein funktionales (Lastenheft/Fachkonzept) und ein technisches Konzept (Pflichtenheft/DV-Konzept) zu erstellen. Während dieser Zeit unterstützen wir Ihr Team mit einem Coach von Accenture, der Ihnen mit Rat und Tat sowie dem notwendigen Methodenwissen zur Seite steht. Neben dem Business Case und den Konzepten ist für die Abschlusspräsentation ein Prototyp vorzubereiten. Dabei muss es sich nicht um eine voll funktionsfähige Umsetzung handeln, sondern es reicht, wenn das Prinzip Ihres Prototyps ersichtlich wird.
max. Teilnehmeranzahl: 20
akt. Zahl der Anmeldungen: 8
Bitte beachten Sie die Formvorschriften für die Anfertigung von Seminararbeiten. Diese können Sie von unseren Lehrstuhlseitenherunterladen (pdf).
Kreditpunkte: 6
Studienabschnitt: Schwerpunktstudium

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist erforderlich.